ISBN-13: 9783639409321 / Niemiecki / Miękka / 2012 / 400 str.
Von allen Kulturtechniken betrachtete die ArbeiterInnenbewegung das Lesen als das im besten Sinne des Wortes befreiendste und fur das individuelle wie gesellschaftliche Fortkommen unabdingbarste Bildungsgut. Der Bucherkauf stellte jedoch selbst fur organisierte ArbeiterleserInnen bis in die Zwischenkriegszeit hinein eine schwer leistbare und entbehrliche Ausgabe dar. Die Aufgabe der Literaturvermittlung ubernahm in hohem Masse die Arbeiterpresse - auch und gerade die Arbeiterfrauenpresse. Daran, den inhomogenen und schwierig zu erfassenden Rezipientenkreis der Frauen zu erreichen, arbeitete in Osterreich vor allem die sich als wichtigstes politisches Artikulationsorgan der Arbeiterinnenbewegung betrachtende 'Arbeiterinnen-Zeitung' (ab 1924 'Die Frau'). Im Vergleich zu ihrem "grossen Bruder" 'Arbeiter-Zeitung' heute wenig bekannt, wurde nunmehr auch mit der literaturwissenschaftlichen Aufarbeitung des Quellenmaterials eine Lucke geschlossen. Nachverfolgt wird der innermedial gefuhrte Diskurs zu Literatur- und Bildungsvermittlung ebenso wie die praktische Umsetzung der Vorgaben. Neben einem beachtlichen literarischen Textkorpus und anderen Vermittlungsinstanzen werden auch die Beilagen mit einbezogen, von denen besonders 'Fur die Jugend' als erstes professionell betreutes Jugendpressewerk der osterreichischen Sozialdemokratie betrachtet werden kann."
Von allen Kulturtechniken betrachtete die ArbeiterInnenbewegung das Lesen als das im besten Sinne des Wortes befreiendste und für das individuelle wie gesellschaftliche Fortkommen unabdingbarste Bildungsgut. Der Bücherkauf stellte jedoch selbst für organisierte ArbeiterleserInnen bis in die Zwischenkriegszeit hinein eine schwer leistbare und entbehrliche Ausgabe dar. Die Aufgabe der Literaturvermittlung übernahm in hohem Maße die Arbeiterpresse - auch und gerade die Arbeiterfrauenpresse. Daran, den inhomogenen und schwierig zu erfassenden Rezipientenkreis der Frauen zu erreichen, arbeitete in Österreich vor allem die sich als wichtigstes politisches Artikulationsorgan der Arbeiterinnenbewegung betrachtende Arbeiterinnen-Zeitung (ab 1924 Die Frau). Im Vergleich zu ihrem "großen Bruder" Arbeiter-Zeitung heute wenig bekannt, wurde nunmehr auch mit der literaturwissenschaftlichen Aufarbeitung des Quellenmaterials eine Lücke geschlossen. Nachverfolgt wird der innermedial geführte Diskurs zu Literatur- und Bildungsvermittlung ebenso wie die praktische Umsetzung der Vorgaben. Neben einem beachtlichen literarischen Textkorpus und anderen Vermittlungsinstanzen werden auch die Beilagen mit einbezogen, von denen besonders Für die Jugend als erstes professionell betreutes Jugendpressewerk der österreichischen Sozialdemokratie betrachtet werden kann.