ISBN-13: 9783638659536 / Niemiecki / Miękka / 2007 / 68 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Romanistik - Lateinamerikanische Sprachen, Literatur, Landeskunde, Note: 1,3, Freie Universitat Berlin (Lateinamerika-Institut Berlin), Veranstaltung: Literatur, Faschismus, Rassismus in der Literatur und Kultur Lateinamerikas, 42 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: "Por mi raza habla el espiritu" sind die Worte, die auf dem Stein des beruhmten Bibliotheksgebaudes der Universidad Nacional Autonoma de Mexico (UNAM) weit sichtbar geschrieben stehen. Sie stammen von dem mexikanischen Philosophen und Schriftsteller Jose Vasconcelos, der im ideologischen Vakuum, das nach der Revolution Anfang der 1920er-Jahre entstand, mit seinen Uberlegungen zur "Mestizaje," der "iberoamerikanischen" und der "kosmischen" Rasse der mexikanischen Gesellschaft eine neue Identitat gab, die diese bis heute pragt. Der Literaturnobelpreistrager und wichtigste mexikanische Intellektuelle des 20. Jahrhunderts, Octavio Paz, unterstrich bereits im Jahre 1950 die Bedeutung Vasconcelos, da fur ihn schon damals "sein kurzes, doch segensreiches Werk ...] im wesentlichen noch lebendig ist]." Und die Literaturwissenschaftlerin Silvia Spitta schrieb Ende der 1990er uber Vasconcelos Hauptidee der raza cosmica, dass "se ha vuelto ...] un concepto fundacional no solo en Mexico y toda Latinoamerica sino que tambien en el pensamiento chicano al norte del rio Grande." Der Philosoph Manuel Vargas meinte zudem, dass sich erst mit dem Zapatisten-Aufstand im Jahre 1994 eine neue Diskussion uber Vasconcelos Werk entsponnen hatte. Die Renaissance des Hauptwerkes von Vasconcelos ist jedoch mitnichten der einzige aktuelle Versuch, eine kollektive Identitat zu definieren. Im Zuge der Debatten uber die grassierende neoliberale Globalisierung und die Neuen Weltordnung nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind immer wieder dergleichen Versuche zu entdecken, um Krafte in Blocken zu mobilisieren.