ISBN-13: 9783944442235 / Niemiecki / Miękka / 2016 / 282 str.
Die Vorstellung, es gabe naturlicherweise zwei Geschlechter, die sich gegenseitig begehren, also heterosexuell sind, gilt immer noch als gesellschaftliche Selbstverstandlichkeit. Die Annahme, Geschlecht und Sexualitat seien "biologisch begrundet," es gabe nur "Frau" und "Mann" sowie "Heterosexualitat sei normal" scheint unverruckbar. Diese unhinterfragte Annahme von "Normalitat" stellt jedoch ein herrschaftsformiges System dar, das fortwahrend gewaltsame Diskriminierungen und Ausschlusse produziert. In vielen politischen Kampfen wird sich diesbezuglich energisch zur Wehr gesetzt. Queer-feministische Forschungsansatze nehmen sich genau jene herrschenden Vorstellungen von Geschlecht und Sexualitat sowie ihre Bestandigkeit zum Ausgangspunkt. Sie ergrunden, woher diese Bestandigkeit kommt, wie auch, was sie so stabil sein lasst und machen sie durch das Offenlegen ihres Funktionierens angreifbar. Ziel ist es, die bestehenden gesellschaftlichen Vorstellungen mit Hilfe ihrer Dekonstruktion zu zerrutten und neu zu gestalten. Doch wie funktioniert dieses Vorhaben? Was sind die Besonderheiten eines queer-feministischen Vorgehens? Und inwiefern kann es gesellschaftlich vorherrschende Vorstellungen verandern? In dem vorliegenden Buch vollzieht Antje Neumann sowohl theoretisch als auch empirisch nach, wie queer-feministische Praktiken in gesellschaftliche Bilder von "naturlichen" Geschlechtern und "normaler" Sexualitat intervenieren und fragt nach ihrem Potential fur gesellschaftlichen Wandel. Mit Hilfe von Interviews und einer Gruppendiskussion zeigt die*der Autor*in, welche gesellschaftsverandernde Kraft in der spezifischen Form von queer-feministischen Interventionsstrategien liegt und dass sie somit als Widersacher*in bestehender Herrschaftsverhaltnisse zu verstehen sind."