ISBN-13: 9783656899990 / Niemiecki / Miękka / 2015 / 34 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Germanistik - Altere Deutsche Literatur, Mediavistik, Note: 2, Karlsruher Institut fur Technologie (KIT) (Fakultat fur Geistes- und Sozialwissenschaften), Veranstaltung: WSM (alt SKM II): Zeichen, Bilder und Sprache des germanischen und mittelalterlichen Rechts, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Strafen des Mittelalters sind uns heute in so mancher Hinsicht zum Mysterium geworden. Selbst die Herkunft des Terminus Strafe (mhd. strāfe), dessen ursprungliche Bedeutung Schelte und Tadel ist, blieb bis heute unbekannt. Aus gegenwartiger Sicht assoziiert man die Strafformen des Mittelalters oft mit blutigem Schauspiel und an rauer Brutalitat nicht zu ubertreffenden Gewaltritualen. Man denkt, um es mit der Wendung Richard van Dulmens zu sagen, an ein "Theater des Schreckens," das zur Befriedigung des Pobels in aller schaulustiger Offentlichkeit abgehalten wurde. Man denkt womoglich auch an die Inquisition, an Ketzerprozesse und die zahlreichen Verfolgungen mutmalicher Hexen. Aus der heutigen Perspektive schwebt einem somit nur allzu leicht ein dusteres Bild, gepragt von unsaglicher Unmenschlichkeit und unzahligen Fehlurteilen vor Augen. Joel F. Harrington schreibt: "Viele vormoderne Bestrafungen erscheinen aus heutiger Sicht entweder barbarisch oder seltsam. In der Art, wie die Bestrafung dem Verbrechen angepasst wurde, konnte man eine geradezu kindliche Buchstabentreue entdecken." Es ergeben sich zahlreiche Fragestellungen im Bezug auf die mittelalterlichen Strafinstitutionen und deren Urteilsvollstreckungen. Unter welchen Gesichtspunkten sollte man die mittelalterlichen Strafformen betrachten, was zeichnet sie aus? Wer hielt Gericht uber die Beschuldigten, wer urteilte? Geschahen diese Urteilsspruche gar vollkommen willkurlich? Und falls nicht, nach welchen Kriterien wurde geurteilt, durch welche Instanzen gerichtet? Zudem stellt sich naturlich die Frage, wie die damalige Bevolkerung die Bestrafungen wahrgenommen haben