ISBN-13: 9783640328109 / Niemiecki / Miękka / 2009 / 28 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Germanistik - Altere Deutsche Literatur, Mediavistik, Note: 1,7, Johannes Gutenberg-Universitat Mainz, Veranstaltung: Fastnachtspiele des 15. und 16. Jahrhunderts, 13 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Nurnberger Fastnachtspiel des 15. und 16. Jahrhunderts vereint eine Fulle verschiedener Motivgruppen. Neben Sexualmotiven sticht die Fakalmotivik besonders ins Auge. Fur die sich anschliessende Betrachtung ist eine Definition dessen, welche Phanomene der Begriff der Fakalmotivik in sich birgt, unumganglich. Festzustellen ist darum zunachst, dass der erste Wortbestandteil sich ableitet von dem der Fakalien als - medizinisch gesehen - der von Menschen u. Tieren ausgeschiedene Kot und Harn"1. Erweitert man die Definition um diejenigen Dinge und Vorgange, welche mit diesen Ausscheidungen einhergehen, so erhalt man zum einen ein grosseres Spektrum an Motivbestandteilen, zum anderen darf hier auch das Argument gelten, jene seien - im ubertragenen Sinne - untrennbar damit verbunden. Dass diese Materie in verschiedener Hinsicht als Motiv zu dienen vermag, kann kaum bestritten werden, sehr wohl jedoch stellt sich die Frage, welche Wirkungen jene hervorrufen und insbesondere, welche sie beim Publikum hervorriefen. Dabei von heutigem Moralempfinden, so dieses uberhaupt allgemeingultig formuliert werden kann, auszugehen, muss in soweit in die Irre fuhren, als es nur wenige Belege fur das den Fastnachtspielen zeitgenossische gibt. Aus diesen schliesslich herauslesen zu wollen, welche Reaktionen speziell auf die Prasentation der fakalischen Motive folgten, muss als vermessen gelten. Dennoch lohnt sich gewiss eine Beschaftigung gerade mit der Fakalmotivik im Nurnberger Fastnachtspiel, zumal sie nebst sexuellen Anspielungen als eines der wichtigsten Elemente dieser Auffuhrungsform gilt, ob sie nun Ekel und Entrustung2 bewirkte oder der Belustigung diente."