ISBN-13: 9783638935869 / Niemiecki / Miękka / 2008 / 84 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Theologie - Sonstiges, Note: 1-2 (gut bis sehr gut), Ludwig-Maximilians-Universitat Munchen (Neutestamentliches Institut), Veranstaltung: Einfuhrung in den exegetischen Umgang mit neutestamentlichen Texten, 62 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: "Dein Reich komme" beten Christen weltweit im Vater Unser, als handelte es sich bei dieser Formulierung um das Herbeibitten einer ganz 'selbstverstandlichen' Groe. Dass das erbetene 'Reich' (Gottes bzw. der Himmel), die βασιλεία (του θεου bzw. των ούρανων), so 'selbstredend' nicht sein kann, belegt dagegen schon allein der Befund, dass alle drei Synoptiker es in vielfaltiger, nicht widerspruchspruchsfreier Weise thematisieren und Jesus selbst eine oft bildhaft vergleichende Rede von der Basileia in den Mund legen. Schon ein grober Vergleich der relevanten Belegstellen weist die Mehrdeutigkeit dieses Begriffs aus: teils erscheint die Basileia als geographische Groe, in die man "hineinkommen," bzw. in der man "sein," "sitzen" oder aus ihr "ausgestoen sein" kann, teils wird sie qualitativ als gottliche Herrschaftsausubung bestimmt, die, obwohl schon angebrochen, erst in der Endzeit volle Verwirklichung findet. Die Zuordnung der jeweiligen Belege in eine der Kategorien kann dabei oft nicht mit letzter Sicherheit getroffen werden. Die offenkundige Polyvalenz des Ausdrucks liegt darin begrundet, dass er selbst ja eine Metapher darstellt und als solche prinzipiell semantisch offen ist, wenn auch der kontextuelle Rahmen den Interpretationsmoglichkeiten Grenzen steckt. Ungeachtet dieser Problemlage, legt die uber 80malige Bezeugung des Begriffs in den synoptischen Evangelien nahe, dass die βασιλεία του θεου als zentraler Verkundigungsinhalt Jesu zu gelten hat. Nicht nur die Quantitat der Belegstellen, auch ihre Verteilung uber verschiedene gattungskritische Formen innerhalb, aber auch auerhalb direkter Rede Jesu, sowie ihre Eingebundenheit in unterschiedli