ISBN-13: 9783640317752 / Niemiecki / Miękka / 2009 / 56 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Romanistik - Franzosisch - Linguistik, Note: 2,0, Johannes Gutenberg-Universitat Mainz, Sprache: Deutsch, Abstract: Als die Romer im 1. Jahrhundert v.Chr. Gallien eroberten, um die Bewohner zu unterwerfen und zu assimilieren, konnte niemand ahnen, welche Auswirkungen dies auf die Entwicklung des Lateinischen auf dem heutigen Gebiet Frankreichs haben wurde. Nach uber Jahrhunderte andauernden Sprachkontakt mit den keltischsprachigen Galliern entwickelte sich in den unteren Bevolkerungsschichten eine Form des Vulgarlateins, so wie dies u.a. auch in Italien und Spanien der Fall war. Aus der galloromanischen Form des Vulgarlateins entstand nach und nach das Altfranzosische, welches anfangs als lingua rustica romana bezeichnet wurde. Durch das Konzil von Tours im Jahre 813 wurde erstmals anerkannt, dass sich das Lateinische in Gallien anders entwickelte hatte, als das Lateinische in Rom. Das Konzil forderte die Kirchenvertreter auf, ihre Predigten nicht mehr im klassischen Latein sondern in der Sprache des Volkes zu halten, um die Predigten fur jeden verstandlich zu machen. Der Text der Straburger Eide aus dem Jahre 842 ist das erste uberlieferte Dokument, welches eindeutig altfranzosische Sprachmerkmale der langue d'oil aufweist. Die Eulaliasequenz folgte dann ca. 880 als erster erhaltener literarischer Text in altfranzosischer Sprache, basierend auf einer lateinischen Vorlage. Anders als die Straburger Eide gibt die Eulaliasequenz schon recht gut Auskunft uber die Lautverhaltnisse des Altfranzosischen zu jener Zeit. Der schon im 2. Jahrhundert n.Chr. abgeschlossene Quantitatenkollaps der lateinischen Vokale, d.h. die Langen der Vokale hatten im Altfranzosischen keine bedeutungsunterscheidende Funktion mehr, hatte als Grundlage fur die Diphthongierungen der Vokale im Altfranzosischen gedient, welche in der Eulaliasequenz erstmals orthographisch umgesetzt wurden. Die vor