ISBN-13: 9783640970483 / Niemiecki / Miękka / 2011 / 30 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde, Note: 1,7, Universitat Potsdam (Romanistik), Veranstaltung: Hauptseminar: Raumkonzepte, Sprache: Deutsch, Abstract: 1. Einleitung Die Geschichte Lateinamerikas ist untrennbar mit den Worten "Unterdruckung" und "Unterentwicklung" verbunden. Dies sind Worte, die weite Assoziationsketten offnen und unmittelbar die Frage nach dem aktiven Part, dem Unterdrucker, aufwerfen: Spanien. Mit der Entdeckung der Amerikas 1492 durch Christoph Kolumbus, scheint das Schicksal des Kontinents besiegelt. "1492 war nicht nur das Jahr der Entdeckung Amerikas, es war auch das Jahr der Wiedereroberung Granadas." Die erfolgsverwohnten Spanier fuhlten sich als grote Siegesstreitmacht der Welt. Nur so, und mit einigen, fur die Eroberer glucklichen Zufallen, lasst sich erklaren, wie es einer Minderheit gelang, eine Uberzahl an Einheimischen zu uberwaltigen. So " l]ag es in der Logik der Reconquista, der Wiederherstellung der christlichen Herrschaft uber Land und Leute, da sie nahtlos in die Conquista uberging, da sich die Abwehr der Mauren, der Exodus der Fremden, in die Expansion uber die Iberische Halbinsel hinaus, in die Kreuzzugs- und Missionsidee verwandelte." Die Eroberer kamen aus der zivilisierten "Alten Welt," welche sich selbst diesen Status zusprach. Man hatte im gelehrten Europa eine dezidierte Meinung, von dem was das "Eigene" war und dem, was dem "Anderen" entsprach. Als Kolumbus Amerika erreichte war er der festen Uberzeugung Indien entdeckt zu haben, und " b]is zu seinem Tode hielt er an diesem] Irrtum fest." Dies hatte zur Folge, dass Amerika eine doppelt falsche Identitat erhielt: Zum einen fiel es dem Starrsinn Kolumbus zum Opfer, der aus den "Amerikanern" partout "Inder" machen wollte. Zum anderen handelte es sich aber per se um eine fremdbestimmte Identitat, welche also nur falsch sein konnte. Kolumbus lag es fern, die ihn umringenden Eingeborenen zu fragen,