ISBN-13: 9783638854450 / Niemiecki / Miękka / 2007 / 60 str.
Bachelorarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Filmwissenschaft, Note: 1,3, Universitat Siegen, 49 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Langst steht der Name "Don Juan" nicht mehr nur fur eine beruhmte spanische Dramenfigur des siglo de oro, den von einem Monch namens Tirso de Molina erdachten "Verfuhrer von Sevilla," sondern wird heutzutage als symptomatische Bezeichnung fur einen notorischen Frauenhelden oder Verfuhrer verwendet. Uber mehrere Jahrhunderte hinweg hat die Don Juan-Figur sowohl Schriftsteller, Opernschreiber und Regisseure in vielen verschiedenen Kulturkreisen immer wieder inspiriert, kein anderer Stoff hat so zahlreiche unterschiedliche mediale Umsetzungen erfahren wie das Don Juan-Sujet, und kaum eine andere Figur ist noch heute so prasent. Selbst im Jahre 1995, mehr als 370 Jahre nach der Urauffuhrung des Urdramas "Don Juan-El Burlador de Sevilla y Convidado de Piedra," hat die Gestalt des "groten Liebhabers aller Zeiten" fur den Regisseur und Drehbuchautor Jeremy Leven genug Potential dargestellt, um einen weltweit erfolgreichen Hollywood-Film mit Starbesetzungen wie Johnny Depp und Marlon Brando zu produzieren. Was aber macht die Gestalt des Don Juan uber Jahrhunderte hinweg so attraktiv? Was beinhaltet der Stoff, der ihn zu einem resistenten Mythos in epischen, dramatischen, lyrischen und musikalischen Adaptionen macht, obwohl seine Herkunft langst in Vergessenheit geraten ist? Impliziert bereits das Ursprungsdrama bestimmte intermediale Ansatze, welche die umfangreichen medialen Adaptionen initiiert haben? Und wie verarbeitet der Film Levens diese dem Stoff immanente Intermedialitat? In der folgenden Arbeit werde ich sowohl das Primarwerk Tirso de Molinas als auch die filmische Adaption Jeremy Levens im Hinblick auf ihre intermedialen Aspekte analysieren und das umfassende Phanomen der Transmedialitat und Mythologisierung dieses Themenkomplexes erklaren.