ISBN-13: 9783656207832 / Niemiecki / Miękka / 2012 / 128 str.
ISBN-13: 9783656207832 / Niemiecki / Miękka / 2012 / 128 str.
Magisterarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Ethnologie / Volkskunde, Note: 1.0, Freie Universitat Berlin (Institut fuer Ethnologie-Sozialwissenschaften), Sprache: Deutsch, Abstract: In der vorliegenden Arbeit befasse ich mich mit der Arbeits- und Lebenssituation der Hausmadchen in Segou, Mali. Hausmadchen sind weibliche Jugendliche, die in der Regel aus landlichen Gebieten in die Stadt kommen, um dort in einem Haushalt zu arbeiten. Als Basis fur die vorliegende Arbeit dient meine viermonatige Feldforschung in Segou, durchgefuhrt von August bis November 2000. Die gewonnenen empirischen Daten stellen die Grundlagen der Arbeit dar. Das Ziel meiner Forschung ist es, die soziale und okonomische Situation der Madchen zu beleuchten. Dazu war es mir wichtig, biographische und lebensgeschichtliche Daten sowie Wunsche und Zukunftsperspektiven zu erfragen. Die Fragen nach der sozialen Herkunft, der aktuellen Lebenssituation der Madchen sowie der Art ihrer Beziehung zu den Gastfamilien stehen dabei im Mittelpunkt meiner Untersuchung. Die Ausgangshypothese meiner Forschung entwickelte ich anhand der Literatur uber Kinderadoption und Pflegschaftsverhaltnisse in Westafrika. Ich sah die Hausmadchen als Teil der besonders in Westafrika weitverbreiteten Pflegschaftsverhaltnisse, bei denen ein Kind zu einer verwandten Familie geschickt wird, um dort fur eine bestimmte Zeit zu leben. In der Literatur werden fur diese Fremdplatzierungenverschiedene Motive angegeben. So wird beispielsweise davon ausgegangen, dass die Madchen zum Zweck einer Ausbildung oder einer besseren Erziehung von ihren Eltern in die Stadt geschickt werden. Andere Autoren sehen in der Fremdplatzierung der Kinder ein Mittel zur Neubildung und Festigung von sozialen Beziehungen und Netzwerken zwischen den landlichen und urbanen Gebieten (vgl. u.a. Atto 1996, Page 1989, Goody 1982). In meiner Ausgangshypothese ging ich von einem verwandtschaftlichen Verhaltnis zwischen den Hausmadchen und ihren Gastfamilien aus. Wah