ISBN-13: 9783656735373 / Niemiecki / Miękka / 2014 / 24 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Lander - Mittelalter, Fruhe Neuzeit, Note: 1,5, Ernst-Moritz-Arndt-Universitat Greifswald, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Papstbulle Venerabilem (RNI 621) stellt eines der aussagekraftigsten, uns erhaltenen hochmittelalterlichen Zeugnisse uber die papstliche Auffassung des Verhaltnisses zwischen "Imperium" und "Sacerdotium" dar. Papst Innozenz III., der sich in den staufisch-welfischen Thronstreit einmischte, spricht sich in "Venerabilem" mit radikalen Worten eindeutig fur den Welfen Otto IV. aus und begrundet weiterhin sowohl seine Ablehnung des Staufers, Philipp v. Schwaben, als auch sein Recht, sich als Oberhaupt der Christenheit in die Belange des Reiches einzumischen. "Venerabilem" stellt die papstliche Antwort auf ein staufisches Protestschreiben (RNI 61) uber die Einmischung eines papstlichen Legaten in die deutsche Konigswahl dar. Betrachtet man sowohl das staufische Protestschreiben, als auch "Venerabilem," lassen sich uralte, nie bereinigte Gegensatze zwischen der staufischen und der papstlichen Auffassung des Imperiums erkennen. Die z.T. ungewohnt aggressive Ausdrucksweise der Briefe lasst schon die Brisanz der Lage erahnen, da sowohl der staufischen, als auch der papstlichen Seite klar sein musste, dass anhand des Prazedenzfalles der Doppelwahl von 1198 ein Stuck Verfassungsgeschichte geschrieben wird, bei der sich nur eine Auffassung uber das Verhaltnis zwischen Imperium und Papsttum durchsetzen kann. Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, sowohl verschiedene Argumentationsstrange Innozenz III. in "Venerabilem" kritisch zu beleuchten, da ihm von der Forschung oft strikte Parteinahme zu Gunsten Ottos IV. vorgeworfen wurde, als auch den Quellenwert von "Venerabilem" im Hinblick auf die Frage der Entstehung des Kurfurstenkollegs zu erortern. Methodologisch wird sich an eine historische Einordnung des Thronstreites eine knappe Quelleninterpretation von "Venerabilem" anschlieen. Zum bessere