ISBN-13: 9783428189700 / Niemiecki / Twarda / 2023 / 429 str.
ISBN-13: 9783428189700 / Niemiecki / Twarda / 2023 / 429 str.
Aktionäre sind die Träger des wirtschaftlichen Risikos der Aktiengesellschaft. Aus diesem Grund verleiht das Aktienrecht ihnen als Mittel der Einflussnahme auf die Unternehmensleitung das Stimmrecht. Um dieses sinnvoll auszuüben, müssen Aktionäre bestimmte Informationen erhalten. Weil Aktien gerade im grenzüberschreitenden Kontext über eine Kette an Intermediären gehalten werden und die für die Stimmrechte notwendigen Informationen entlang dieser Kette übermittelt werden, kommt es zu zahlreichen Friktionen im Übermittlungsprozess. Diesem Problem nahm sich der Europäische Gesetzgeber mit der 2. Aktionärsrechterichtlinie von 2017 an. Ziel der Vorschriften des Kapitels Ia der 2. Aktionärsrechterichtlinie ist es, die Funktionsfähigkeit der Informationsübermittlung zwischen Aktionär und Aktiengesellschaft zu verbessern. Die Vorschriften der 2. Aktionärsrechterichtlinie sowie die Umsetzungsvorschriften im AktG werden dieses Ziel bei richtiger Lesart der Normen erreichen.
Der Aktionär gerät zusehends in den Mittelpunkt der Gesetzgebung zur internen Corporate Governance in Aktiengesellschaften. Der Gesetzgeber der 2. Aktionärsrechterichtlinie beschränkte sich nicht (nur) auf die Schaffung neuer Mittel der Einflussnahme, sondern schuf Vorschriften zur Sicherung einer funktionierenden Informationsübermittlung entlang der Intermediärskette. Die hierzu ergangenen Vorschriften werden vor dem Hintergrund der besonderen Bedeutung des Aktionärs in der Aktiengesellschaft analysiert.