ISBN-13: 9783842878877 / Niemiecki / Miękka / 2012 / 116 str.
ISBN-13: 9783842878877 / Niemiecki / Miękka / 2012 / 116 str.
Der 1920 unter franzosischem Volkerbund-Mandat konstituierte Staat Libanon verdeutlicht das Ringen zahlreicher externer Akteure um gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Einfluss in der Nah- und Mittelost-Region. Von Israel und Syrien eingeschlossen, liegt die Republik an der Konfliktlinie zwischen dem arabischem Raum und dem israelischen Staat. Die Fulle intervenierender auslandischer Machte fuhrt zu einer Internationalisierung der innerlibanesischen Angelegenheiten: Das Land ist Schauplatz globaler Konfliktaustragung und wird von verschiedensten Akteuren instrumentalisiert und fur eigene Zwecke missbraucht. Dies unterhohlt die Staatlichkeit, verscharft innenpolitische Spannungen und treibt die Polarisierung der Gesellschaft voran, was das Land schliesslich ins Burgerkriegsverderben reisst. Als 1982 die schiitische Widerstandsbewegung Hisbollah in Reaktion auf die israelische Besatzung gegrundet wird, ist der wichtigste libanesische Vetoakteur geboren. Die Partei Gottes wachst im Libanon zu einer bedeutenden Institution heran, die sich im politischen, sozialen und wirtschaftlichen System des Landes etabliert. Sie erfullt in zunehmendem Masse elementare staatliche Aufgaben. Gegenuber den offensichtlich uberforderten und schwachen staatlichen Institutionen tritt sie vermehrt als quasi-staatliche Autoritat auf. Diese Studie geht der Frage nach, ob und in welchem Masse der libanesische Staat in der Lage ist, seine Funktionen erfullen zu konnen. Kombiniert mit dieser Thematik evaluiert sie die Fahigkeit der Hisbollah als Ersatzspieler' zum Staat aufzutreten. Dabei stellen sich mehrere, miteinander verwobene Fragen nach dem wechselseitigen Anpassungsprozess, der genauen Tatigkeit der Hisbollah, ihrer Rolle im politischen System sowie den Zielsetzungen ihrer Handlungen. Ist sie Helfer in der Not und unterstutzt wohlwollend die staatlichen Institutionen? Arbeitet sie in Einklang mit den Zielen des Staates und akzeptiert sie dessen Spielregeln und Vormachtste