ISBN-13: 9783640114917 / Niemiecki / Miękka / 2008 / 100 str.
Diplomarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Soziologie - Medizin und Gesundheit, Note: 1,0, Ludwig-Maximilians-Universitat Munchen, 105 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Sozialstaat ist gegenwartig in vielerlei Hinsicht ein Thema hitziger Debatten. Ob es nun um die Verarmung durch Hartz IV geht, die soziale Filterfunktion von Studiengebuhren oder die Reform des Gesundheitssystems, stets vermag der Umbau staatlicher Sicherungssysteme ein erhebliches Kritikpotential zu aktivieren (vgl. Manske 2005, Butterwegge 2005/2007, Dingeldey/Gottschall 2001). Auffallig sind dabei vor allem zwei Gesichtspunkte: Zum einen geht es um den Zwang zur Kostenreduktion in nahezu allen Bereichen staatlicher Sozialleistungen, zum anderen um die damit verknupfte, unter dem Label des Neoliberalismus firmierende Forderung nach vermehrter Selbstverantwortung und Leistungsbereitschaft (vgl. Nolte 2006, Dingeldey 2006). So formulierte Edmund Stoiber im Jahr 2003 auf dem Kongress der Akademien fur Gesundheit, Ernahrung und Verbraucherschutz: "Um Gesundheitsgefahren und kunftigen Kostenbelastungen effektiver begegnen zu konnen, muss die Bereitschaft des Einzelnen gestarkt werden, selbst mehr Verantwortung fur seine Gesundheit zu ubernehmen" (zitiert nach Klinik Heute AG). Besonders das Gesundheitssystem ist seit mehreren Jahrzehnten unter dem Schlagwort der "Kostenexplosion" Gegenstand diverser wirtschaftlicher Konsolidierungsversuche. Deutlich geworden ist dies beispielsweise an der Krise der Krankenhauser und den daraus resultierenden Versuchen eben jener, dem Problem knapper Ressourcen mit aus der Wirtschaft entlehnten Managementkonzepten beizukommen (vgl. Bauch 1996, Simon 2001) sowie den wirtschaftlichen Horrorszenarien, die als Folge der Ausbreitung chronischer Krankheiten zu zeichnen gepflegt werden (vgl. Penzel 2005, Lindner 2003).