ISBN-13: 9783486550108 / Niemiecki / Miękka / 1996 / 164 str.
Die Enzyklopadie deutscher Geschichte ist auf etwa 100 Bande angelegt. Die Reihe ist chronologisch und thematisch frei zusammenstellbar. Jeder Einzelband ist in sich abgeschlossen und in drei Teile gegliedert: Enzyklopadischer Uberblick, Grundprobleme und Tendenzen der Forschung, systematisch geordnetete Bibliografie. Die einzelnen Bande sind in der Reihenfolge des Erscheinens numeriert. Jeder neue Band der Reihe ist in einer strapazierfahigen Leinenausgabe und in einer gunstigen Studienausgabe erhaltlich. Alle Bande werden durch Neuauflagen regelmaig aktualisiert. EdG Band 36 Gerhard Schildt: Die Arbeiterschaft im 19. und 20. Jahrhundert Die deutsche Arbeiterschaft hat sich in der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts als Klasse formiert und einen Kampf zur Durchsetzung politischer und sozialer Ziele gefuhrt. Sie vor allem hat die Weimarer Republik geschaffen, sie hat sie aber nicht verteidigen konnen. Im Dritten Reich wurden die Arbeiter gleichzeitig umworben und entrechtet. In der entstehenden Bundesrepublik schlielich zerschlugen sich Hoffnungen auf Sozialisierungen. Die Zustimmung zu der hier entstandenen politischen und sozialen Ordnung wuchs mit zunehmendem Wohlstand und die Arbeiterklasse loste sich in der alten Bundesrepublik mehr und mehr auf. Trotz diametral gegensatzlicher Bedingungen haben sich ahnliche Prozesse auch in der DDR vollzogen. Nachdem die Arbeiterschaft am 17. Juni 1953 mit den klassischen Kampfmethoden der Arbeiterbewegung vergeblich versucht hat, das kommunistische Regime zu sturzen, bildete sich ein modus vivendi zwischen DDR-Bevolkerung und SED aus. Die Arbeiterschaft wurde in die egalitare Gesamtgesellschaft eingeschmolzen, so dass sie in der Revolution von 1989/90 nicht mehr als geschlossene Klasse auftrat. Diese Entwicklung wird in der bewahrten EdG-Dreiteilung auf knappem Raum thematisiert. Der Autor Gerhard Schildt ist Professor fur Neuere Geschichte in Braunschweig.