ISBN-13: 9783565209064 / Niemiecki / Miękka / 108 str.
1977 stand die DDR vor einer ihrer größten Krisen, doch es ging nicht um Waffen oder Öl, sondern um Bohnenkaffee. Der Historiker Hannes Meurer erzählt in "Der bittere Becher" die skurrile und ernste Geschichte der DDR-Kaffeekrise. Als die Weltmarktpreise für Kaffee explodierten, konnte sich der sozialistische Staat den Import nicht mehr leisten.Meurer schildert die Einführung des verhassten "Mix-Kaffees" (gestreckt mit Erbsen, Roggen und Zichorie), der Maschinen verstopfte und die Bevölkerung an den Rand des Aufstands brachte. Der Unmut der Bürger über den fehlenden morgendlichen Genuss wurde zur echten Bedrohung für die SED-Führung.Das Buch deckt auf, wie Erich Honecker geopolitische Deals mit Vietnam schloss, um dort riesige Kaffeeplantagen anzulegen - ein Projekt, das erst Früchte trug, als die Mauer schon gefallen war (weshalb Vietnam heute der zweitgrößte Kaffeeproduzent der Welt ist). Eine faszinierende wirtschaftshistorische Studie darüber, wie Konsumgüter politische Legitimität erkaufen und wie tief der "Kaffeesachsen"-Mythos in der deutschen Seele verwurzelt ist.
Ohne Kaffee keine Revolution - und kein Sozialismus. Die Geschichte, wie eine Preiserhöhung am Weltmarkt die DDR fast in die Knie zwang.