ISBN-13: 9783640764303 / Niemiecki / Miękka / 2010 / 48 str.
Vordiplomarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Politik - Politische Systeme - Historisches, Note: 1,0, Gottfried Wilhelm Leibniz Universitat Hannover (Institut fur Politische Wissenschaften), Veranstaltung: Elemente und Ursprunge totaler Herrschaft, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Arbeit kristallisiert Hannah Arendts Begrifflichkeit des "Mob," die aus der Klassengesellschaft desintegrierte burgerliche Unterwelt, aus dem Werk "Elemente und Ursprunge totaler Herrschaft" heraus. In Deutschland war der Mob insbesondere Frontorganisation (SA), aber auch leitender Kopf auf mittlerem Niveau der nationalsozialistischen Bewegung (z.B. Ernst Rohm), katapultiert aus der Erwerbsgemeinschaft durch kapitalistische Krisen. Als Paria war der Mob ein entscheidendes Charakteristikum zur Bedingung der totalen NS-Herrschaft, der in Arendts Gesamtwerk oft ubersehen wird. Wie sich der Mob auf rassisch-volkischer Grundlage uber den uberseeischen zum kontinentalen Imperialismus entwickeln konnte und dass es ihn auch in England oder Frankreich gegeben hat, ist ein Schwerpunkt der Arbeit. Am Beispiel der Dreyfus-Affare in Frankreich am Ende des 19. Jahrhunderts kann jedoch aufgezeigt werden, wo die Unterschiede zwischen der Herrschaft des Mob auf den franzosischen Strassen liegt und der Verweigerung des Bildungsburgertums, sich diesem zu unterstellen. In der Weimarer Republik ging die politisch-okonomische Elite einen Pakt mit dem Mob ein, was zum Ende der ersten deutschen Republik und zur Festigung des nationalsozialistischen Systems fuhrte. Auch fur die heutige Zeit ist der Mob ein "Demokratieindikator," eine Moglichkeit aus der Geschichte zu erkennen, wie legitim ein pluralistisches Gemeinschaftswesen durch seine Trager, die Burger, noch ist. Gema Hannah Arendts Ausspruch: "Was in Zeiten des Friedens als Verbrechen gilt, ist in Zeiten der Krise hochstens ein moralisches Vergehen."