ISBN-13: 9783640393190 / Niemiecki / Miękka / 2009 / 28 str.
ISBN-13: 9783640393190 / Niemiecki / Miękka / 2009 / 28 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Ethnologie / Volkskunde, Note: 1,0, Johann Wolfgang Goethe-Universitat Frankfurt am Main (Institut fur Ethnologie), Veranstaltung: Claude Levi-Strauss und der Strukturalismus, Sprache: Deutsch, Abstract: Claude Levi-Strauss untersucht in seinem erstmals 1962 erschienenem Buch Das wilde Denken" (Originaltitel: La Pensee Sauvage) die Klassifizierungssysteme schrift-loser Gesellschaften. Er kommt zu dem Schluss, dass ebendiese Strukturen sowohl in ihrer Komplexitat, als auch in ihrer Schlussigkeit, durchaus mit wissenschaftlichen Klassifikationen vergleichbar sind und sogar weitaus genauer sein konnen. Hieraus wird das eigentliche zentrale Programm des Buches deutlich: Die Erklarung, dass wildes und modernes Denken durch die gleichen intellektuellen Prozesse gekenn-zeichnet sind. Beinahe bescheiden mutet dieses Postulat an, wo sich doch der weit-aus uberwiegende Teil der Schrift der strukturalistischen Analyse von Klassifikations-systemen bei nordamerikanischen Naturvolkern widmet. Von einer Selbstverstand-lichkeit dieser Aussage, die sich bei der Lekture Levi-Strauss und beim Einstieg in die strukturalistische Methode beinahe automatisch ergibt, kann jedoch, wenn eine weitere Perspektive auf die Wissenschaftslandschaft gewahlt wird, nicht die Rede sein. Die Beschaftigung mit fremdem Denken ist vor und nach Levi-Strauss von evo-lutionistischen Stufenmodellen beeinflusst, die mit dem Strukturalismus unvereinbar sind. Obwohl Levi-Strauss im wilden- und modernen Denken die gleichen kognitiven Prozesse verortet, sieht er dennoch klare Unterschiede zwischen den beiden For-men. Das wilde Denken bleibt bei ihm ein Terminus, der nicht etwa ironisch verwen-det wird, sondern auf eine Technik verweist: So wird dem wilden Denken die Technik Bastelei (bricolage) zugeordnet, modernes Denken operiert demgegenuber mit Hilfe der Ingenieurskunst. In dieser Arbeit mochte ich zunachst kurz die Genese der Vor-stellungen vom wilden Denken im"