ISBN-13: 9783565209934 / Niemiecki / Miękka / 116 str.
"Made in Germany" gilt heute als Inbegriff für Ingenieurskunst und Langlebigkeit. Doch der Wirtschaftshistoriker Hannes Wiegand deckt in "Der Qualitäts-Makel" die ironische Ursprungsgeschichte dieses Siegels auf. Es wurde ursprünglich nicht von stolzen deutschen Fabrikanten erfunden, sondern vom britischen Parlament durch den "Merchandise Marks Act" von 1887 aufgezwungen. Das Ziel: Britische Verbraucher sollten vor vermeintlich minderwertiger, kopierter Billigware aus Deutschland gewarnt werden.Wiegand erzählt die faszinierende Geschichte, wie dieser Schuss nach hinten losging. Er analysiert, wie deutsche Unternehmen Ende des 19. Jahrhunderts durch Industriespionage und Protektionismus begannen, die britische Konkurrenz qualitativ zu überholen. Was als Stigma gedacht war, wurde schnell zum Kaufargument. Das Buch zieht Parallelen zur heutigen Situation Chinas und zeigt Muster des wirtschaftlichen Aufstiegs auf.Neben der historischen Analyse bietet das Buch einen spannenden Einblick in die Psychologie des Brandings und den Nationalstolz. Es zeigt, dass Qualität kein statischer Zustand ist, sondern ein Ruf, der über Generationen erarbeitet - und schnell verspielt - werden kann. Ein Muss für jeden, der verstehen will, wie Deutschland zur Exportnation wurde.
Die Briten wollten uns brandmarken, doch sie adelten uns. Die verrückte Geschichte, wie ein Warnhinweis zum globalen Goldstandard wurde.