ISBN-13: 9783836602228 / Niemiecki / Miękka / 2007 / 128 str.
ISBN-13: 9783836602228 / Niemiecki / Miękka / 2007 / 128 str.
Magisterarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Anglistik - Literatur, Note: 1,0, Universitat Hamburg (Geisteswissenschaften, Anglistik und Amerikanistik), Sprache: Deutsch, Abstract: Inhaltsangabe: Einleitung: Das Thema der vorliegenden Arbeit hat eine geistesgeschichtliche Tradition, die sich auf zweieinhalb Jahrtausende belauft. Die auf den ersten Blick einfach erscheinende antithetische Gegenuberstellung von vita activa und vita contemplativa umfasst eine Vielzahl grundsatzlicher Fragen sowohl ethischer als auch politischer Art. Denn das Begriffspaar, verstanden als qualitative Unterscheidung zwischen einander ausschliessenden und sich doch komplementar erganzenden Lebensentwurfen, beinhaltet weitere begriffliche Dualismen, so etwa die Gegenuberstellung von Einsamkeit und Gesellschaft, von Arbeit und Musse, von Denken und Handeln und von Theorie und Praxis. Insofern bildet der stilisierte Dualismus vita activa / vita contemplativa ein wesentliches Modell zur Erfassung menschlichen Daseins, das ein Thema von zeitloser Relevanz ist. Francesco Petrarcas Schrift De vita solitaria (13461356) kann als erstes humanistisches Prosatraktat zum Problem vita activa / vita contemplativa gelten. Als erstes Werk der Renaissance spiegelt es die Legitimierungsprobleme der humanistischen Lebensweise wider. Dabei kann Petrarca (13041374) als Vorreiter der neuen frei schwebenden Intellektuellen gelten, wie sie in Europa in den kommenden Jahrzehnten vermehrt in Erscheinung treten sollten. Thomas Morus (14781535) und seine Zeitgenossen stehen zwar nicht mehr unter einem derartigen Legitimierungszwang, denn die humanistische Lebensweise hat sich im Europa des fruhen 16. Jahrhunderts etabliert und bildet nicht mehr die Ausnahme. Dennoch verliert die Diskussion um vita activa und vita contemplativa keinesfalls an Relevanz; im Gegenteil, die Beziehung zwischen Theorie und Praxis und die Frage, welcher der beiden der Vorrang zukommt, beschaftigt die Humanisten sehr, und fur viele mani