ISBN-13: 9783932133794 / Niemiecki / Miękka / 1999 / 340 str.
Wie ist es moglich, dass sich zwei Wesen verbinden einzig aus dem unuberwindlichen Bedurfnis, einander zu zerstoren? Der Begriff der perversen Paarbeziehung, der in diesem Buch entwickelt wird, bezeichnet nicht in erster Linie sexuelle Praktiken. Und die Pathologie solcher Beziehungen aussert sich nicht unbedingt in Schlagen und Schreien, sondern in den raffinierten psychologischen Strategien, die von einem oder von beiden Partnern verfolgt werden, um Genuss auf Kosten des anderen, in der Zerstorung des anderen zu finden. Die Perversen sind Meister in der Kunst der Paradoxie und der Unterstellung, der subtilen Bosheit und Zweideutigkeit. Sie bedienen sich der Kommunikation, nicht um zu kommunizieren, sondern um den anderen zu destabilisieren. Mit ihrem anmassenden Verhalten und ihrer Feindseligkeit bedrohen diese Patienten das professionelle Selbstverstandnis des Therapeuten. Zwischen perverser und therapeutischer Logik besteht ein Gegensatz. Damit stosst die therapeutische Haltung der wohlwollenden Neutralitat an ihre Grenzen, weil sie den Therapeuten zum Komplizen der perversen Manover zu machen droht. In dieser Situation scheuen sich die Autoren nicht vor ethischen Interventionen" und erklaren dem Patienten unmissverstandlich, dass seine Haltung untragbar ist. Der erschreckende Mangel an psychischen Reprasentationen, der fur diese Storung kennzeichnend ist, erweist die Perversion als narzisstische Storung: Der Perverse agiert. Anders als beim neurotischen Paar mit seinen odipalen Hemmungen, handelt es hier um vorsprachliche Inszenierungen eines nicht symbolisierbaren traumatischen Ereignisses. Den Autoren ist es gelungen, die Traumata zu entdecken, deren Opfer die Patienten einst wurden. Meist ist es eine von Missbrauch uberschattete Kindheit, sei es durch Inzest, sei es durch eine andere Form narzisstischer Schadigung, bei der die Affektivitat, das Selbstwertgefuhl und die sexuelle Identitat des Kindes zerstort wurden."