ISBN-13: 9783640814176 / Niemiecki / Miękka / 2011 / 72 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte, Note: keine Benotung, aber sehr gut, Friedrich-Schiller-Universitat Jena (Theologische Fakultat), Veranstaltung: Philipp Jakob Spener und die Anfange des lutherischen Pietismus, Sprache: Deutsch, Abstract: Wenn man einen Blick auf die Menschheitsgeschichte wirft, fallt einem schnell auf, das bedeutende Personlichkeiten stets dann auftauchten, wenn Not und Leid am groten waren. Man denke nur an Jesus, der auftrat als sich das Judentum seiner Zeit - bedingt durch die Fremdherrschaft Roms und die damit einhergehenden, gesellschaftlichen Missstande im Land - in eine strenge Jenseitsfrommigkeit gefluchtet hatte, wodurch die vorherrschenden Bedurfnisse der Menschen ignoriert wurden; an Martin Luther (1483-1546), der die falschen Lehren und Riten der Kirche anprangerte und das Christentum auf seine ursprunglichen Wurzeln bringen wollte oder - um ein etwas aktuelleres Beispiel anzufugen - an Mahatma Gandhi (1869-1948), der seine Heimat auf friedlichem Wege von der britischen Hegemonie befreien und die lang verwehrte Unabhangigkeit aufrichten wollte. In diese Reihe gehort auch Philipp Jakob Spener. Spener lebte und wirkte in einer gesellschaftlich-sozial auerst desolaten Zeit. Der Dreiigjahrige Krieg, der den gesamten europaischen Kontinent erschuttert hatte, war erst wenige Jahre vorbei. Die Menschen kampften noch immer mit den Nachwehen dieses Jahrhundertkrieges - Seuchen, Missernten, Hungersnoten, hohe Mortalitat, Entwurzelung und Vertreibung u.v.m. -, unter denen v.a. das geistigspirituelle Leben litt. In die leidvolle Gegenwart wurde von Seiten der einfachen Glaubigen kaum mehr Hoffnung investiert. Die Kirche - katholischer als auch protestantischer Konfession -, der eigentlich die Bekampfung des religiosen Leids oblag, hatte sich selbst in feste, orthodoxe Bahnen manovriert. Sie war objektiv betrachtet kaum in der Lage, Hoffnung zu schuren bzw. die Missstande zu bes