ISBN-13: 9783656445227 / Niemiecki / Miękka / 2013 / 32 str.
Wissenschaftlicher Aufsatz aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Deutsch - Literaturgeschichte, Epochen, Note: keine, Gottfried Wilhelm Leibniz Universitat Hannover (Philosophische Fakultat), Sprache: Deutsch, Abstract: Es stellt sich die Frage, welcher Art von Literatur die Werke der Marlitt zuzuordnen sind. Handelt es sich hier um Trivialliteratur von geringem literarischen Wert oder erfullen ihre Romane die Kriterien ernstzunehmender Hochliteratur im Stil des poetischen Realismus? Wenn man als Kriterien zugrundelegt, dass - wie in den Werken von Hedwig Courths-Mahler - bestimmte Themen (z. B. Liebe, Abenteuer, Intrigen, Verwechslungen, Verirrungen und abschlieendes Happy End) sich in abgewandelter Form bestandig wiederholen, Erzahlstruktur und Sprache auf bestimmte Grundmuster reduziert werden, der schablonenhafte Aufbau ein leichtes Lesevergnugen garantiert und es sich zudem um weitverbreitete literarische Massenprodukte handelt, kommt man zu dem Schluss, dass Marlitts Romane Beispiele von trivialer Literatur sind. Ob sie deswegen als sentimentaler Kitsch anzusehen sind, sei dahingestellt, denn einige dieser Kriterien konnte man auch in der sogenannten Hochliteratur nachweisen, beispielsweise in den Romanen Theodor Fontanes, dessen Roman "Quitt" 1890 ebenfalls in der von ihm nicht besonders geschatzten "Gartenlaube" erscheint. Eine andere Zuweisung wird haufig unter Hinweis auf den Provinzialismus der Marlittschen Romane vorgenommen. In der Tat kann offenbart sich in ihren Figuren haufig ein klischeehaftes provinzielles Denken, wonach die Welt zweigeteilt ist und der tugendhafte Mensch sich aus der bosen und gemeinen groen Welt ins Private zuruckzieht, wo er sich in die Lekture der "Gartenlaube" vertiefen kann, die ihm das Bild einer uberschaubaren kleinen Welt vermittelt, in der er sich zuhause fuhlt.