ISBN-13: 9783486564228 / Niemiecki / Miękka / 1999 / 156 str.
Die deutsche Bildungslandschaft zwischen dem Ende des Dreiigjahrigen Krieges und dem Ende des Alten Reiches zeichnete sich durch vielfaltige regionale Unterschiede aus, die von den beiden konkurrierenden Bildungssystemen der katholischen und der protestantischen Tradition herruhrten. Besonders durch den Einfluss von Reformuniversitaten wie Halle und Gottingen blieben die Universitaten Zentren des geistigen Lebens. Das traditionelle Modell der Vier-Fakultaten-Universitat gewann im Zeichen der Aufklarung neue Attraktivitat. Weder Musenhofe und Akademien noch Kloster und Burgerstadte konnten dazu eine wirkliche Alternative sein. In diesem Punkt unterscheidet sich die deutsche Entwicklung von der anderer europaischer Lander. Durch Barock und Aufklarung ebenso wie durch die vom Spathumanismus bis zur Weimarer Klassik sich entfaltende Antike-Rezeption erfuhren Bildung und Wissenschaft dennoch eine europaische Pragung. Die Volksschulreformen in einigen deutschen Landern hatten dabei einen besonderen Einfluss, weil sie zu einer die Basis der Gesellschaft erfassenden Bewegung der Aphabetisierung und Literarisierung fuhrten.