ISBN-13: 9783638759526 / Niemiecki / Miękka / 2007 / 56 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Politik - Sonstige Themen, Note: 1,3, Freie Universitat Berlin (Otto-Suhr-Institut fur Politikwissenschaft), Veranstaltung: Proseminar: Einfuhrung in die Umweltsoziologie, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Juni 2003 hat das Kabinett in Schleswig-Holstein eine Liste mit rund 240 Gebieten gebilligt, die unter den Schutz der europaischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (1992) gestellt werden sollten. Die Ausweisung der betroffenen Gebiete als so genannte NATURA 2000-Gebiete stie jedoch auf teilweise erbitterten Widerstand. Exemplarisch zeigen sich hier vielfaltige Akzeptanzprobleme des Naturschutzes. Die Arbeit untersucht, wo die Grunde fur die ablehnende Haltung der einheimischen Bevolkerung und die Heftigkeit der Diskussionen liegen. Es werden Handlungsstrategien entwickelt, mit denen Naturschutzer und Politiker mehr Akzeptanz fur NATURA 2000 erreichen konnen. Die Analyse der Akzeptanzprobleme hebt vier Ursachenebenen hervor: 1. Die Angst vor Einschrankungen und dem Verlust individueller Entscheidungsfreiheit, 2. das Infragestellen traditioneller Wertvorstellungen, 3. Verstandnisschwierigkeiten beim Umgang mit der Komplexitat des NATURA 2000 Konzepts und 4. Vermittlungsschwachen, soziale Distanzen, Stereotype und Gruppenprozesse. Um die Akzeptanzchancen von NATURA 2000 zu erhohen, mussten also forderliche okonomische und politische Rahmenbedingungen geschaffen und besser kommuniziert werden. NATURA 2000 muss eindeutiger definiert und verstandlicher gemacht werden. Bessere Partizipationsmodelle sollten entwickelt und erprobt werden. Instrumente zur Erhohung der Akzeptanz sollten Perspektivwechsel, Betroffenheitsanalysen sowie konkrete Unterstutzung der Betroffenen und unbedingte Glaubwurdigkeit sein. Damit liefert die Arbeit einen Beitrag zum Transfer zwischen der sozialwissenschaftlichen Akzeptanzforschung und der praktischen Arbeit mit NATURA 2000.