ISBN-13: 9783640438792 / Niemiecki / Miękka / 2009 / 76 str.
Magisterarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Philosophie - Philosophie der Antike, Note: 1,3, Friedrich-Alexander-Universitat Erlangen-Nurnberg (Institut fur Philosophie), Sprache: Deutsch, Abstract: Es ist nicht leicht, ein besonders pragnantes Beispiel zu finden, mit dem sich das Phanomen akrasia unmissverstandlich als handlungstheoretisches Problem vorstellen lasst. Die Haufigkeit akratischer Handlungen ist offenbar zu hoch, um tatsachlich eine Abweichung von 'Normalemʻ darin zu erkennen. Jeder scheint das Problem zu kennen - ein gut begrundeter Vorsatz wird gefasst und nicht durchgehalten. Anders ausgedruckt: "Da wir nicht tun, was wir fur besser halten, auch wo wir es konnten, scheint ein so haufiges Phanomen zu sein, da man sich fragen wird, wie Philosophen uberhaupt dazu kommen konnten, sich ausgerechnet uber seine Existenz zu streiten." Um die akrasia als die offenbare Abweichung von dem im Allgemeinen vernunftigen Verhalten eines Akteurs herauszustellen, wird zunachst die aristotelische Abgrenzung der 'Mischform' akrasia von schlechthin guten und schlechten charakterlichen Grundhaltungen nachzuzeichnen sein. Dem dialektischen Teil der aristotelischen Untersuchung folgend, sind die gangigen Meinungen und die sich daraus eventuell ergebenden Aporien bezuglich akratischer Handlungen vorzustellen und gegebenenfalls aufzulosen. Obwohl dieser Schritt einige unzutreffende Meinungen ausschliet oder exakter begreifbar macht, bleibt die Frage nach der Moglichkeit eines Handeln wider besseres Wissen weiterhin offen. Um einer Losung naher zu kommen, differenziert Aristoteles verschiedene Arten des Wissensbesitzes, die uber eine Unterscheidung zwischen Nicht-Wissen und Wissen weit hinausgehen. Nach der Vorstellung jener Arten werden in enger Orientierung am Text die Erklarungen des Aristoteles nachzuvollziehen sein, wie das Wissen des Unbeherrschten in einen nicht anwendbaren Status gelangen kann. Anhand der Struktur praktischer Syllogismen erlautert Aristote