ISBN-13: 9783955492212 / Niemiecki / Miękka / 2013 / 80 str.
ISBN-13: 9783955492212 / Niemiecki / Miękka / 2013 / 80 str.
Wenn die Ostfront thematisiert wird, findet fur gewohnlich eine Assoziation mit Begriffen, Bildern und Namen statt, die sich auf den Zweiten Weltkrieg beziehen. Dabei wird haufig vergessen, dass auch im Ersten Weltkrieg deutsche Soldaten weite Teile Osteuropas besetzten. Ab 1915 waren dies polnische Gebiete und vor allem Territorien der heutigen baltischen Staaten, Weissrusslands und der Ukraine, welche zum damaligen zaristischen Russland gehorten. Die militarischen Erfolge hatten eine Besatzung durch deutsche Truppen zur Folge, welche die dort eingesetzten Soldaten pragte und entscheidend zum Bild der Osteuropaer im Deutschen Reich beitrug. Im Gegensatz zu den deutschen Landsern, die einen starren Stellungskrieg an der Westfront erlebten, hatten die Frontkampfer im Osten andere Geschehnisse zu verarbeiten. Der an der Ostfront gefuhrte Bewegungskrieg fuhrte dazu, dass riesige Territorien besetzt werden mussten. An der Front oder auch in den besetzten Gebieten im Hinterland der Hauptkampflinie, waren die deutschen Truppen mit ihnen unbekannten Gegenden, weiten, endlos erscheinenden Landschaften und fremden Volkerschaften mit unterschiedlichsten Kulturen konfrontiert. Allerdings gab es auch eine Minderheit von etwa 113.000 Baltendeutschen. Die Kultur, Lebensweise und auch die deutsche Sprache dieser Deutschbalten waren keineswegs fremd fur die deutschen Soldaten. Vor dem Krieg hatten nur wenige Deutsche direkte Erfahrungen mit ihrem unmittelbaren ostlichen Nachbarn gesammelt. Der Osten war in keinster Weise mit industrialisierten und modernen Landern wie Belgien oder Frankreich zu vergleichen. Die dortige Situation glich einem ungeordneten und primitiven Chaos, als welches es Liulevicius bezeichnet. Deutsche Ordnung, Disziplin und Arbeit sollten auf das Land samt seiner Bewohner ubertragen werden. General Ludendorff etablierte dort deshalb den Militarstaat Ober Ost," um dieser Mission einen ausseren Rahmen zu geben. Infrastrukturelle Massnahmen und Kulturprogramme