ISBN-13: 9783656636205 / Niemiecki / Miękka / 2014 / 48 str.
Studienarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Filmwissenschaft, Note: 1,5, Dresden International University (Dresden School of Culture), Veranstaltung: Grundbegriffe der Ästhetik, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Blick in die Vergangenheit ist oftmals wage, luckenhaft und von Zerrbildern durchzogen. Wie oft horen wir im Alltag Satze wie "Dies habe ich aber anders in Erinnerung " oder "Da spielte mir meine Erinnerung einen Streich" - unser Gedachtnisvermogen ist keine Datenfestplatte mit der wir vergangene Ereignisse wieder eins zu eins abrufen konnen, sondern eine nebulose Wolke, in der sich Wahrheitsfindung und Fiktion oftmals kreuzen. Wenn wir Namen durcheinander bringen oder uns ein bekanntes Gesicht begegnet, das wir aus der Situation heraus schlichtweg nirgendwo einordnen konnen, so ist dies jedoch nicht nur auf eine "Fehlleistung" unseres eigenen subjektiven Gedachtnisses zuruckzufuhren. Unser subjektives Empfinden konstituiert sich vielmehr aus einem Kollektiv an Fakten und Erzahlungen, die sich durch unsere gesellschaftliche und soziale Gebundenheit nun mal ergeben. Es kann dabei auch durchaus vorkommen, dass wir Erinnerungen, die nicht von uns selbst stammen, in unseren eigenen Gedächtnisbestand als eigene Erinnerung aufnehmen. Ein Phänomen, das auf den Namen "false memory"1 hört und an späterer Stelle dieser Arbeit nochmals aufgegriffen wird. Diese Fremderinnerungen können jedoch nicht nur aus Berichterstattungen anderer, realer Personen resultieren, sondern auch aus fiktionalen Quellen wie Bücher, Erzählungen und - eben auch - Filme, in unser Gedächtnis übertragen werden. Das Medium Film nimmt dabei eine Sonderstellung ein. Denn zwischen der Art und Weise wie unser Erinnerungsvermögen funktioniert und dem szenischen Handlungsablauf eines Spielfilms scheint ein besonders enges Verhältnis zu bestehen. Ebenso wie ein Film oft keiner lückenloser zeitlichen Stringenz folgt und uns stattdessen nur eine spezifische Auswahl an Szenen zeigt, um seine