ISBN-13: 9783638907729 / Niemiecki / Miękka / 2008 / 132 str.
Diplomarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie, Note: 1,5, Martin-Luther-Universitat Halle-Wittenberg (Psychologie), 109 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Obwohl Wolters schon 1907 die erste Ubersichtsarbeit zur Trichotillomanie in Deutschland veroffentlichte, wurde dieses Storungsbild in den Folgejahren kaum beachtet. Arbeiten aus den 50er bis 70er Jahren stammen vornehmlich auf den Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Erklarungsansatze waren und sind teilweise sehr unterschiedlich und reichen von psychoanalytischer Ursachenbegrundung uber zwanghaftes Handeln, schlechter Angewohnheit, narzisstischer Regulation und neurobiologischer Ursachenforschung. Erst Ende der 80er Jahre mit der Aufnahme der Trichotillomanie in das DSM- III- R- der American Psychiatric Association (1987) wurde der ernsthafte Versuch unternommen der Erforschung dieses Storungsbildes eine gewisse Systematik zu verleihen. Nachfolgende Arbeiten der 90er Jahre beschaftigten sich uberwiegend mit der Atiologie, Phanomenologie und Komorbiditat der Trichotillomanie. Besonderen Bezug scheint das Krankheitsbild zu den Zwangsstorungen aufzuweisen. Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede zwischen beiden Storungen bzgl. Epidemiologie, Neurobiologie und Pharmakologie wurden untersucht. Heutige Diskussionen um das Storungsbild der Trichotillomanie stehen im Zusammenhang mit der Neuklassifizierung verschiedener psychiatrischer Storungen in das Modell der Zwangsspektrumsstorungen (Obsessive- Compulsive Spectrum Disorders). Hier sollen verschiedene Storungsbilder aufgrund ihrer Affinitat zu den Zwangsstorungen integriert werden. Die derzeitige Klassifizierung der Trichotillomanie als Impulskontrollstorung ware damit hinfallig. Moglicherweise handelte es sich dann eher um eine "Zwangsspektrumsstorung mit erhohten impulsiven Anteilen." Uber den Nutzen eines solchen Modells wird nachgedacht.